Dienstag, 5. September 2006

Aktien-Spammer an den Pranger!

Lästig, illegal und peinlich ist der in letzter Zeit wieder vermehrt auftretende Aktien-Spam. Der deutsche Blogger Franz Arians, der in seinem Anti-Spam-Infoblog ladendieb.eu zahllose Fälle dieser Art sammelt und dokumentiert, schreibt:

"Noch relativ jung ist die aktuelle Spam-Welle, bei der massiv für Aktien geworben wird. Offensichtlich wird hier versucht, den Aktienkurs auf diese Weise in die Höhe zu treiben.

Wahrscheinlich hat der Initiator der Spammails selbst bei einem niedrigen Kurs eine ordentliche Position dieser Aktien aufgebaut und versucht nun den Kurs nach oben zu treiben. Zumeist werden hierfür sogenannte Pennystocks benutzt, bei denen schon eine Veränderung von 1 Cent einen ordentlichen Gewinn bedeutet.

In den meisten Fällen scheint die Rechnung sogar aufzugehen, bei einigen der beworbenen Aktien konnte ich bereits signifikante Kursteigerungen beobachten. CYHD.PK konnte sich innerhalb von nur 3 Tagen von etwa $0,05 auf $0,12 verbessern, der Kurs hat sich also mehr als verdoppelt. HMGP.PK lag ebenfalls bei etwa $0,05 und brachte es im Spitzenwert auf $0,15 - 200% in 3 Tagen.

Für manche dieser Aktien laufen in meiner Mailbox täglich bis zu 30 Mails ein, hier wird also äußerst massiv gepusht. Die Besucherzahlen, die ich von Google mit den entsprechenden Suchbegriffen bekomme, machen deutlich, daß sich die Enpfänger der Spammails auch tatsächlich mit den Aktien beschäftigen. Jetzt bekomme ich schon Anfragen, wo man die Aktien kaufen kann.

Vielleicht sollte ich auch mal einsteigen…"


Interessant ist, dass die wirklich lukrativen Pushereien nicht über Aktien - Spam, sondern über die Newslettersysteme diverser Börsenbriefe laufen. Denn die zockende Zielgruppe, die auch genug Deckung mitbringt, d.h. bei der Bank oder bei Flatex & Co genug Kohle vorrätig hat, ist in der Mehrzahl der Fälle viel zu intelligent, um auf den dämlichen Aktien - Spam zu reagieren.

Wirkliche Profis wie etwa der Goldminenpusher G., der in der Salzburger Griesgasse eine IR - Agentur betreibt und mehrere im Grunde wertlose Goldminenaktien gleichzeitig pusht, arbeiten über stark beworbene Börsenbriefe und Börsendienste. Die schalten auch Inserate in Printmedien und sind stark mit AdSense-Werbung im Geschäft. In zahllosen Boards und Gratis-Presseaussendungs-Portalen wird dann derselbe Text einer "Presseaussendung" der Goldmine reingestellt: "Deutscher Geologe findet Gold im Kongo!"

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