Hoher Ölpreis: Rezessionsgefahr?
Öl kostet fast 100 Dollar pro Barrel. Der Euro hat seit Jahresbeginn zum Dollar um mehr als zehn Prozent aufgewertet. Amerika steckt knietief in der Hypothekenkrise. Das zehrt an den Nerven: Vier von zehn Amerikanern erwarten eine Rezession. Auch an der Wall Street herrscht Nervosität: Der Chefökonom der Investmentbank Goldman Sachs erklärte jüngst, die US-Kreditkrise könne eine „ernste Rezession“ zur Folge haben.
Sind die fetten Jahre vorbei? Nein, sagen namhafte Ökonomen im Gespräch mit "finanztipp" (www.finantipp.twoday.net). Zwar werde man erst im Februar/März 2008 den vollen Umfang der US-Kreditmisere erkennen, meint Bernhard Felderer, Leiter des Instituts für Höhere Studien: „Dann haben wir alle Jahresberichte der Banken.“ „Die USA bereiten zu Recht Sorgenfalten. Mit einer Rezession in Europa ist aber für 2008 nicht zu rechnen“, sagt auch Kai Carstensen vom Münchner Ifo-Institut.
Sucht man nach den Gründen für die Schwarzmalerei vieler Zeitgenossen, finden sich, so die Gesprächspartner von "finanztipp", fünf entscheidende Faktoren:
Die Psychologie: „Da schlägt eine US-Finanzkrise in eine globale Hysterie um“, sagt Felderer. „Wenn Bankenvorstände von Rezession reden, bedenken sie die Kraft selbsterfüllender Prophezeiungen nicht.“ Das zeigt sich in Österreich beim Privatkonsum: „Der jüngste Rückgang bei den Kfz-Zulassungen spricht eine deutliche Sprache“, sagt Marcus Scheiblecker, Konjunkturexperte des Wiener Wirtschaftsforschungsinstituts.
Der Euro-Dollar-Kurs: „Früher sagte man: Wertet der Dollar zum Euro um ein Prozent ab, mindert das Europas Wettbewerbsfähigkeit um 0,6 Prozent“, sagt Carstensen. „Bloß war das in den letzten zwei Jahren nicht so. Denn vor allem in Deutschland hat man sich bei den Lohnabschlüssen zurückgehalten.“ Von 106 Mrd. Euro Exporten werden in Österreich rund 20 Prozent in Dollar fakturiert. Doch der starke Euro hat auch positive Seiten: Der Rekordpreis des Öls wird abgefedert.
Der Erdölpreis: Man braucht heute nur noch halb so viel Öl zur Herstellung von Gütern wie 1970. Auch die Notenbanken haben gelernt. In der Energiekrise der Siebziger hatten sie aus Angst vor Inflation präventiv die Zinsen in die Höhe getrieben und so das Wachstum abgewürgt. „Die wahre Gefahr kommt von unvernünftigen Lohnabschlüssen mit dem Argument hoher Energiepreise“, warnt Harald Kaszanits von der Wirtschaftskammer.
Die US-Konjunktur: Ein Prozent weniger US-Wachstum ist ein halbes Prozent minus in der EU: Gilt diese Daumenregel noch? Die Eurozone handelt zwar mit Amerika nur so viel wie mit der Schweiz und Großbritannien zusammen. Doch die Krise nach dem Platzen der Technologieblase hat gezeigt, wie sehr Europa immer noch von Rückschlägen in Amerika betroffen ist. Zudem profitiert Europa heute vom rasanten Wachstum in Osteuropa und Asien.
Terror und Kriegsgefahr: Die Angst vor Anschlägen ist einer anderen gewichen: dass die USA dem Iran im Zuge des Atomstreits den Krieg erklären. Dann könnte der Ölpreis auf 200 Dollar klettern. IHS-Chef Felderer rät aber zu Besonnenheit: „Sogar im September 2001 haben die Amerikaner den privaten Konsum kaum reduziert.“
Sind die fetten Jahre vorbei? Nein, sagen namhafte Ökonomen im Gespräch mit "finanztipp" (www.finantipp.twoday.net). Zwar werde man erst im Februar/März 2008 den vollen Umfang der US-Kreditmisere erkennen, meint Bernhard Felderer, Leiter des Instituts für Höhere Studien: „Dann haben wir alle Jahresberichte der Banken.“ „Die USA bereiten zu Recht Sorgenfalten. Mit einer Rezession in Europa ist aber für 2008 nicht zu rechnen“, sagt auch Kai Carstensen vom Münchner Ifo-Institut.
Sucht man nach den Gründen für die Schwarzmalerei vieler Zeitgenossen, finden sich, so die Gesprächspartner von "finanztipp", fünf entscheidende Faktoren:
Die Psychologie: „Da schlägt eine US-Finanzkrise in eine globale Hysterie um“, sagt Felderer. „Wenn Bankenvorstände von Rezession reden, bedenken sie die Kraft selbsterfüllender Prophezeiungen nicht.“ Das zeigt sich in Österreich beim Privatkonsum: „Der jüngste Rückgang bei den Kfz-Zulassungen spricht eine deutliche Sprache“, sagt Marcus Scheiblecker, Konjunkturexperte des Wiener Wirtschaftsforschungsinstituts.
Der Euro-Dollar-Kurs: „Früher sagte man: Wertet der Dollar zum Euro um ein Prozent ab, mindert das Europas Wettbewerbsfähigkeit um 0,6 Prozent“, sagt Carstensen. „Bloß war das in den letzten zwei Jahren nicht so. Denn vor allem in Deutschland hat man sich bei den Lohnabschlüssen zurückgehalten.“ Von 106 Mrd. Euro Exporten werden in Österreich rund 20 Prozent in Dollar fakturiert. Doch der starke Euro hat auch positive Seiten: Der Rekordpreis des Öls wird abgefedert.
Der Erdölpreis: Man braucht heute nur noch halb so viel Öl zur Herstellung von Gütern wie 1970. Auch die Notenbanken haben gelernt. In der Energiekrise der Siebziger hatten sie aus Angst vor Inflation präventiv die Zinsen in die Höhe getrieben und so das Wachstum abgewürgt. „Die wahre Gefahr kommt von unvernünftigen Lohnabschlüssen mit dem Argument hoher Energiepreise“, warnt Harald Kaszanits von der Wirtschaftskammer.
Die US-Konjunktur: Ein Prozent weniger US-Wachstum ist ein halbes Prozent minus in der EU: Gilt diese Daumenregel noch? Die Eurozone handelt zwar mit Amerika nur so viel wie mit der Schweiz und Großbritannien zusammen. Doch die Krise nach dem Platzen der Technologieblase hat gezeigt, wie sehr Europa immer noch von Rückschlägen in Amerika betroffen ist. Zudem profitiert Europa heute vom rasanten Wachstum in Osteuropa und Asien.
Terror und Kriegsgefahr: Die Angst vor Anschlägen ist einer anderen gewichen: dass die USA dem Iran im Zuge des Atomstreits den Krieg erklären. Dann könnte der Ölpreis auf 200 Dollar klettern. IHS-Chef Felderer rät aber zu Besonnenheit: „Sogar im September 2001 haben die Amerikaner den privaten Konsum kaum reduziert.“
finanzfiasko - 24. Nov, 17:12

Wer glaubt...
Ich vertraue trotzdem in Sachen Geldanlagen meiner Bank (https://www.cortalconsors.de/) und bin bisher ganz gut damit gefahren.